Donnerstag, 22. September 2016

Herbstliches Farbspiel für die Küche



Da hab ich doch in den letzten Tagen mehrfach gelesen, dass es Leute gibt, die die Farben Gelb und Orange nicht leiden können.


Also so gar nicht. 

Finden sie einfach doof.


Für mich stehen diese Farben für Sonne und Wärme. Ja, klar - auch für Herbst. 

Aber auch wenn ich grundsätzlich pro Gelb/Orange eingestellt bin, schaute ich doch etwas ratlos auf die Stoffreste, die mir das Schicksal in Form eines Überraschungspakets der lieben Nähmarie von Stoffreich da ins Haus trug. (Es ist übrigens dasselbe Paket in dem sich auch die Retro-Markisenstoffe meiner Origami Market Bag befanden.)

Aber ich liebe ja Herausforderungen! Und so schob ich die Stoffstückchen eine Weile hin und her und von einer Ecke in die andere... 

Es waren Frottee-Stoffe aus den Siebzigern. Also nicht richtig Frottee wie wir es heute kennen. Es war nur auf einer Seite etwas flauschiger. Ich glaube, damals hat man auch Übergardinen aus solchem Material gemacht.  Glücklicherweise war es nicht sehr viel Stoff. Das grenzte die Möglichkeiten ein.  Und irgendwann stand dann fest: das wird ein Küchentuch.




Das Zeug fusselte wie verrückt! Und weil ich nicht wollte, dass sich über Wochen immer neue Fussel vom Handtuch im Haus verteilen, habe ich die Nähte sehr gründlich versäubert. Mit einer Kappnaht. Man kann auch Fränzösische Naht dazu sagen - klingt ja gleich viel eleganter! Und sieht auch elganter aus als eine normale, versäuberte  Naht.




Eigentlich wird diese Art der Versäuberung für sehr feine Stoffe wie Seide empfohlen. Aber auch bei meinem Fusselstoff tat sie was sie sollte: eine saubere Rückseite zaubern und die Fussel im Zaume halten.


(Anleitungen für eine Kappnaht gibt es z.B. bei Pattydoo oder auch bei Farbenmix.)

Eingefasst wurde mein kleines Handtuch wie ein Quilt mit einem Einfassband.



Ich feiere mit meinem Küchentuch den Herbst und seine gelb-orange Farbenpracht und schicke es später noch hinüber zu RUMS (ehrlich, das ist nur für mich - meine beiden Jungs vergreifen sich kaum oder eher zufällig an Küchentüchern ... ;-)).


Und da es auch Upcycling ist, geht auch zu Gustas Upcyclingsammlung.

Genießt den Herbst und seid herzlich gegrüßt!

Eure Kirstin

Dienstag, 20. September 2016

DIY: neuer Look für alte Kisten


In der letzten Woche hatte ich Euch gezeigt, wie ich ganz normalen Blechdosen einen richtig schönen Shabby-Style verpasst habe.

Heute geht es weiter mit meinen kleinen Basteleien für unser Gartenhaus ... aka Spielhaus ... aka Naturforscherstation :-).  Der Look passt so schön in den Herbst und man kann antik aussehende Kisten ja auch im Haus schön befüllen und dekorieren.




Mandarinenkisten aufzuhübschen ist mittlerweile ein echter Bastel-Klassiker. 

Aber nicht nur Madarinenhändler haben diese Kisten für sich als optimale Verpackung entdeckt. Auch - wie in meinem Beispiel - Erdbeer- und Blumenzwiebelverkäufer nutzen diese kleinen Kisten für ihre Produkte. 


Und natürlich hebe ich diese Kisten auf! Was würdet ihr denn sonst machen?!




Rucki-zucki gestrichen sind die Holzkisten mit Acrylfarbe. Die gibt ihnen auch ein tolles mattes Finish und braucht nicht extra lackiert werden.

Hier habe ich Reste vom letzten Faschingskostüm einfach gemischt. Braun, Grün, Schwarz, Weiß. Von jeder einzelnen Farbe hatte ich nur noch einen Rest, der nicht ausgereicht hätte für beide Kisten. Also ab damit in ein Glas und kräftig rühren, rühren, rühren.

Herausgekommen ist eine warmes, erdiges Dunkelgrün. Perfekt für mein Projekt!

Nach dem Streichen habe ich mit einem Kastanienbohrer ein paar kleine Löcher vorgebohrt ( nur ein winziges Stückchen ...). In diese Löcher habe ich kleine Messingnägel geschlagen, die ich noch vorrätig hatte. Kleiner Aufwand, aber ein guter Effekt wie ich finde!



Um alles perfekt abzurunden habe ich dann noch diese messingfarbenen Etikettenhalter angeschraubt . Da waren farblich passende Mini-Schrauben glücklicherweise gleich dabei (Etikettenhalter gibt es übrigens online für ca. 12€ / 20 Stück ...  )

Ich habe nun also noch 18 Etikettenhalter für weitere Projekte und in einem Schraubglas noch den Rest von der selbst gemischten einzigartigen Farbe. Da kann noch was draus werden ... ;-)

Ich verlinke mich damit beim heutigen Creadienstag


(Das Käfer-Kissen auf dem Foto ist übrigens von H&M Home (Frühjahrskollektion ... leider...). Käfer sind ja momentan schwer angesagt.)

Montag, 19. September 2016

Voller Ideen zurück! Mein Bericht von der KreativZeit in Bremen


 

 "Bloggen ist weiblich!"

 

Das meinte der Fotograf , der ein paar offizielle Fotos von unserem Bloggertreffen auf der KreativZeit in Bremen am vergangenen Wochenende machte. Da hat er vermutlich Recht. Zumindest wenn man sich all die vielen wunderbaren Kreativblogs anschaut, die es so gibt.

Ich hatte am Wochenende das Glück, ein paar dieser Bloggerinnen persönlich kennenzulernen. Mit dabei bei dem Bloggertreffen auf der KreativZeit in Bremen waren Chantal / Kreatives Allerlei , Britta / Fadenspannung,  Miriam / Handgemacht mit Liebe, Jessica / Bimmelbommelei, Sabine / Ideenecke, Jule und Evi / Crafty Neighbours Club und Amy / Einfallsreich.

Neun Frauen, mit Spaß am kreativen Gestalten, Werkeln und Dekorieren!  

Begrüßt wurden wir von den Mitarbeiterinnen der Messe Bremen, die das Treffen organisiert und sich für uns ein ganz spezielles, abwechslungsreiches Programm ausgedacht haben. Drei verschiedene Workshops und Vorführungen waren für uns vorbereitet worden. Aber es war auch noch genug Zeit dazwischen, um das Gelände der Kreativzeit - immerhin 4000 Quadratmeter mit 100 Ausstellern - auf eigene Faust zu erkunden. 


Der erste Workshop: Frottage mit der Craftschöpferey aus Delmenhorst

 


Schon der Anblick, des Messestandes von Julia Vogel, der Inhaberin der Craftschöpferey in Delmenhorst ließ erahnen, dass wir hier auf eine sehr vielseitige Frau treffen würden. Es waren viele interessante Musterstücke in den verschiedensten Drucktechniken ausgestellt: z. B. Siebdruck, Materialdruck, Linolschnitt, Drucke mit Buchstaben.

Für uns hatte Julia an dem langen Tisch schon das Material bereit gestellt, um uns einen Einblick in die Frottage als Drucktechnik zu geben. Sie erklärte uns kurz, was Frottage ist und wie es funktioniert. Eigentlich kennen wir es alle: Münzen werden unter ein Stück Papier gelegt und mit einem Bleistift werden die erhabenen Konturen "abgerieben".
So erhält man ein Abbild der Münze.

Bei Julia Vogel sollten wir allerdings aus festem Karton selber Motive ausschneiden, die die Vorlage für einen Druck werden sollten. Zusätzlich stellte sie noch fertige Vorlagen zur Verfügung, so dass wirklich jede von uns ihren ganz individuellen Druck anfertigen konnte.

Julia führte uns auch vor, wie das mit dem Druck geht:  Die Vorlage wird mit Papier abgedeckt und dann werden Farbrollen mit verschiedenen Farben und leichtem Druck darüber gerollt.   Diese Methode lässt viel Spielraum zum Experimentieren, je nachdem für welche Farben / Farbkombinationen, Druckstärke, Laufrichtung der Rolle usw. man sich entscheidet.


Julia Vogel beantwortete ruhig und geduldig unsere Fragen und zeigte kleine Tricks und Kniffe. So entstand an ihrem Stand trotz der vielen Menschen um uns herum eine entspannte Kursatmosphäre.

Da gehört schon was dazu!

Ich habe übrigens einen Oktopus gezeichnet und ausgeschnitten. Mit den beiden Drucken bin ich sehr zufrieden. Ich überlege jetzt, ob ich mit dieser Vorlage auch einen Druck auf Stoff machen könnte...




Der zweite Workshop: Herbstliche Floristik mit Blickfang aus Verden



Mich muss man ja nie lange überreden, um etwas mit Pflanzen zu gestalten. Farben, Gerüche und unterschiedliche Beschaffenheit der einzelnen Pflanzen sind ein Fest für die Sinne!

Auch Iris Tellermann, der Inhaberin des Blumengeschäfts Blickfang in Verden merkte man sofort die Begeisterung für ihren Beruf und die Liebe zu Pflanzen an. An ihrem wunderschönen Messestand, der oppulent herbstlich geschmückt war, durften wir uns einen eigenen Kranz zusammenstellen. 



Während Iris uns davon erzählte, wie sie auf Umwegen zur Floristik und ihrem Laden gekommen war, arrangierten wir Hortensien, Heidekraut und rosa Schneebeeren auf unseren Kränzen. Wenn mal eine Sache nicht gleich klappte oder nicht so aussah wie man es sich vorgestellt hatte, half Iris mit praktischen Gestaltungstips und legte selbst mit Hand an. Am Ende konnten jede von uns einen schönen herbstlichen Kranz mit nach Hause nehmen.


Zum Abschied gab Iris uns noch den Tip, den Kranzrohling aus Hopfenranken mehrfach zu verwenden. Wird gemacht, liebe Iris! 

Zum Abschluss: Vorführung bei Mustergültig aus Bremen 



Die letzte Station an diesem Tag ließ mein kleines Upcycler-Herz höher schlagen!
Wir waren zu Gast am Stand von Steffi Neumann von Mustergültig-Design

Jetzt mal ganz ehrlich: bei so einem Text muss man Steffi doch einfach mögen, oder?!


Wir sahen uns all ihre wunderschönen Unikate ausgiebig an: Etageren in allen Größen, Vogeltränken, Deckenleuchten, Wandhaken, Taschen, Schmuck ...  Besonders beeindruckend war die Wand mit vielen, vielen vorgebohrten Tellern, aus denen man sich selbst seine eigene Etagere oder Vogeltränke zusammenstellten konnte. Alles war mit sehr viel Liebe zum Detail arrangiert und dekoriert. 

Ich glaube, Steffi kann selbst Menschen die bislang nichts mit Upcycling am Hut hatten, mit ihrer Herzlichkeit und Begeisterung für die Sache anstecken. Für mich ist ganz klar: solche Frauen braucht das Land!


Sie führte uns an der Standbohrmaschine vor, wie man Löcher in Geschirr bohrt oder Kreise schneidet, um daraus Schmuckstücke zu kreieren. 

Das war beeindruckend - sah aber nicht sooo schwierig aus.  Vielleicht  sollte ich mal über die Anschaffung einer Standbohrmaschine nachdenken?



Kreativität ist weiblich! 

 

Ihr habt es gemerkt, oder?! 
Es waren ausschließlich Frauen, die uns an diesem Tag einen Einblick in ihr kreatives Tun gegeben haben. Auch auf der Messe selber sah man überwiegend Frauen, die sich inspirieren ließen und mit Materialien für neue Projekte versorgten. 

Darum möchte ich den Ausspruch des Fotografen gern erweitern: "Kreativität ist weiblich!"
Auf jeden Fall an diesem schönenTag auf der Kreativzeit in Bremen!

Danke, dass ich dabei sein durfte!
Danke an die Frauen, die zum Gelingen beigetragen haben und an die  Frauen, die ich kennenlernen durfte.