Montag, 26. September 2016

Wie ich aus zwei Tetrapacks ein Utensilio nähte

   
Ihr habt bestimmt alle schon mal ein Utensilio genäht oder? 
Vermutlich sogar schon das ein oder andere mehr. Sind ja auch praktisch diese Dinger. Zum Verschenken, zum Ordnung halten, als Blumenvasenumhüllung oder zum schnell mal einen frischen Farbtupfer in den Raum Zaubern. 


 


Ich habe heute auch ein Utensilio genäht. Aber diesmal nicht aus Stoff. 

Nein, es war mal wieder Zeit für ein kleines Upcycling-Projekt, das mir schon eine Weile im Kopf herumspukte. Ich habe für mein Upcycling-Utensilio genau zwei leere Milchverpackungen verwendet. Sieht nicht nach leerer Milchtüte aus, oder ?!
Es war nicht so einfach zu vernähen wie Stoff. Aber es geht! So ähnlich wie laminierter Stoff würde ich sagen...

Und es ist sehr stabil! Auch ohne extra Verstärkung durch ein Vlies.


Die Innenseite ist abwaschbar. Es war vorher die Innenseite der Tetrapacks. 
Die Außenseite ist das dicke Papier (oder Pappe?) das sich zwischen der silberfarbenen Innenseite und der farbig bedruckten Außenhülle befindet. 



Man könnte diese braune Papierseite also auch noch bemalen oder bestempeln. 

Das ist mein erstes Utensilio aus Tetrapacks und quasi der Prototyp. Beim nächsten Mal werde ich noch ein bisschen Experimentieren. Vielleicht könnte man noch etwas Größeres daraus nähen? So einen richtigen Sack als Papierkorb vielleicht?

Ich fange einfach schon mal an, Tetrapacks zu sammeln...



So hab ich es gemacht:

Vom Tetrapack  oben und unten die Kanten abschneiden, dann die Naht an der Rückseite aufschneiden. Die kleinen Stücke kommen in den gelben Sack. Übrig bleibt ein großes Rechteck.


Das wird mit Wasser und Seife von beiden Seiten gereinigt und trocken gerieben. 
Dann geht es los: knautschen, kneten, falten, knuddeln. Das Material kann man wie einen Teig auf der Arbeitsplatte ordentlich durchkneten! Auch mal wie einen Fächer falten und zwirbeln. Alles ist erlaubt!


Nur an den Kanten vorsichtig sein. Die reißen leicht ein. Vor allem da, wo vorher der Tetrapack verklebt war. Das sieht dann so aus:


Wenn man den Tetrapack lange genug bearbeitet hat, wird das Material immer weicher. Und irgendwann sieht man am Rand, dass sich die obere von der unteren Schicht löst.  Dann kann man die beiden Schichten ganz leicht voneinander trennen. Aber nicht mit Gewalt ziehen! Wenn es zu schwer geht, lieber noch mal durchkneten.


Die beiden Teile werden nun mit der Hand schön glatt gestrichen. 
Mit einem zweiten Tetrapack geht man genau so vor und hat dann 4 Teile vor sich liegen. Jeweils 2 werden an den langen Seiten zusammengenäht und zwar rechts auf rechts. Also einmal Silberseite auf Silberseite und einmal braune Seite auf braune Seite.


Man erhält dann zwei große Stücken, deren lange Seite jeweils begradigt und dann zusammengenäht wird.


Dieses große Stück wird quer gefaltet, die Kanten erneut begradigt. Alle 3 offenen Kanten werden jetzt zusammengenäht. An der langen Kante aber eine ausreichend große Wendeöffnung lassen! Diese sollte größer sein, als man sie üblicherweise bei Utensilios lässt. Man bekommt sonst Probleme bem Wenden des steifen Manterials.

Nun in die vier Kanten Abnäher nähen, diese abschneiden und den Schlauch wenden. Das ist mit Abstand der kniffeligste Teil! Man muss schon sehr vorsichtig und geduldig sein. Das Material ist störrisch!


Wenn das geschafft ist, wird die Wendeöffnung von Hand  mit einer unsichtbaren Naht geschlossen. Ich würde dafür beim nächsten Mal einen festeren Faden als normales Nähgarn nehmen.

Fertig!

(Ich orientiere mich übrigens immer an der Anleitung von Steffi / Kreativ oder Primitv. Das ist meiner Meinung nach die allereinfachste Art ein Utensilio zu nähen)


... und ab damit zum Creadienstag :-)!

Donnerstag, 22. September 2016

Herbstliches Farbspiel für die Küche



Da hab ich doch in den letzten Tagen mehrfach gelesen, dass es Leute gibt, die die Farben Gelb und Orange nicht leiden können.


Also so gar nicht. 

Finden sie einfach doof.


Für mich stehen diese Farben für Sonne und Wärme. Ja, klar - auch für Herbst. 

Aber auch wenn ich grundsätzlich pro Gelb/Orange eingestellt bin, schaute ich doch etwas ratlos auf die Stoffreste, die mir das Schicksal in Form eines Überraschungspakets der lieben Nähmarie von Stoffreich da ins Haus trug. (Es ist übrigens dasselbe Paket in dem sich auch die Retro-Markisenstoffe meiner Origami Market Bag befanden.)

Aber ich liebe ja Herausforderungen! Und so schob ich die Stoffstückchen eine Weile hin und her und von einer Ecke in die andere... 

Es waren Frottee-Stoffe aus den Siebzigern. Also nicht richtig Frottee wie wir es heute kennen. Es war nur auf einer Seite etwas flauschiger. Ich glaube, damals hat man auch Übergardinen aus solchem Material gemacht.  Glücklicherweise war es nicht sehr viel Stoff. Das grenzte die Möglichkeiten ein.  Und irgendwann stand dann fest: das wird ein Küchentuch.




Das Zeug fusselte wie verrückt! Und weil ich nicht wollte, dass sich über Wochen immer neue Fussel vom Handtuch im Haus verteilen, habe ich die Nähte sehr gründlich versäubert. Mit einer Kappnaht. Man kann auch Fränzösische Naht dazu sagen - klingt ja gleich viel eleganter! Und sieht auch elganter aus als eine normale, versäuberte  Naht.




Eigentlich wird diese Art der Versäuberung für sehr feine Stoffe wie Seide empfohlen. Aber auch bei meinem Fusselstoff tat sie was sie sollte: eine saubere Rückseite zaubern und die Fussel im Zaume halten.


(Anleitungen für eine Kappnaht gibt es z.B. bei Pattydoo oder auch bei Farbenmix.)

Eingefasst wurde mein kleines Handtuch wie ein Quilt mit einem Einfassband.



Ich feiere mit meinem Küchentuch den Herbst und seine gelb-orange Farbenpracht und schicke es später noch hinüber zu RUMS (ehrlich, das ist nur für mich - meine beiden Jungs vergreifen sich kaum oder eher zufällig an Küchentüchern ... ;-)).


Und da es auch Upcycling ist, geht auch zu Gustas Upcyclingsammlung.

Genießt den Herbst und seid herzlich gegrüßt!

Eure Kirstin

Dienstag, 20. September 2016

DIY: neuer Look für alte Kisten


In der letzten Woche hatte ich Euch gezeigt, wie ich ganz normalen Blechdosen einen richtig schönen Shabby-Style verpasst habe.

Heute geht es weiter mit meinen kleinen Basteleien für unser Gartenhaus ... aka Spielhaus ... aka Naturforscherstation :-).  Der Look passt so schön in den Herbst und man kann antik aussehende Kisten ja auch im Haus schön befüllen und dekorieren.




Mandarinenkisten aufzuhübschen ist mittlerweile ein echter Bastel-Klassiker. 

Aber nicht nur Madarinenhändler haben diese Kisten für sich als optimale Verpackung entdeckt. Auch - wie in meinem Beispiel - Erdbeer- und Blumenzwiebelverkäufer nutzen diese kleinen Kisten für ihre Produkte. 


Und natürlich hebe ich diese Kisten auf! Was würdet ihr denn sonst machen?!




Rucki-zucki gestrichen sind die Holzkisten mit Acrylfarbe. Die gibt ihnen auch ein tolles mattes Finish und braucht nicht extra lackiert werden.

Hier habe ich Reste vom letzten Faschingskostüm einfach gemischt. Braun, Grün, Schwarz, Weiß. Von jeder einzelnen Farbe hatte ich nur noch einen Rest, der nicht ausgereicht hätte für beide Kisten. Also ab damit in ein Glas und kräftig rühren, rühren, rühren.

Herausgekommen ist eine warmes, erdiges Dunkelgrün. Perfekt für mein Projekt!

Nach dem Streichen habe ich mit einem Kastanienbohrer ein paar kleine Löcher vorgebohrt ( nur ein winziges Stückchen ...). In diese Löcher habe ich kleine Messingnägel geschlagen, die ich noch vorrätig hatte. Kleiner Aufwand, aber ein guter Effekt wie ich finde!



Um alles perfekt abzurunden habe ich dann noch diese messingfarbenen Etikettenhalter angeschraubt . Da waren farblich passende Mini-Schrauben glücklicherweise gleich dabei (Etikettenhalter gibt es übrigens online für ca. 12€ / 20 Stück ...  )

Ich habe nun also noch 18 Etikettenhalter für weitere Projekte und in einem Schraubglas noch den Rest von der selbst gemischten einzigartigen Farbe. Da kann noch was draus werden ... ;-)

Ich verlinke mich damit beim heutigen Creadienstag


(Das Käfer-Kissen auf dem Foto ist übrigens von H&M Home (Frühjahrskollektion ... leider...). Käfer sind ja momentan schwer angesagt.)