Donnerstag, 20. März 2014

Feuer frei!



Willkommen zu  meinem Beitrag bei "From trash to blog".

Wenn man bei so einer Aktion mitmacht, denkt man natürlich etwas länger darüber nach, was man zeigen möchte. Glücklicherweise ist meine Liste der Dinge, die ich gerne ausprobieren möchte, gefühlte 7 Meter lang. Ich hatte also die Qual der Wahl!


Im Küchenschrank fanden sich dann einige leere Marmeladengläser. Da wir unserer Marmeladensorte schon sehr lange sehr treu sind, sahen sie alle gleich aus. 



Perfekt! 
Ich hatte schon häufiger davon gelesen, dass man Gläser schneiden kann und zwar nur mit einer brennenden Schnurr und kaltem Wasser. Der Augenblick war gekommen, genau das mal auzuprobieren.  



Intensiv studierte ich alle Anleitungen, die ich im Internet finden konnte. Mein Vorschaubild für "From-trash-to blog" entstand dann irgendwann nachts um 23.00 Uhr vor unserer Haustür. 

Bloß gut, dass mich niemand gesehen hat:
Frau Augusthimmel mit entschlossenem Gesichtsausdruck hält triumphierend ihr brennendes Marmeldenglas in den Nachthimmel und kippt es dann ins Eiswasser, wo es mit einem wundervollen "klick" in 2 Teile zerfällt.  Hach, das sind diese Augenblicke im Leben eines Upcyclers, die man nie vergisst! 



Es folgten dann später noch mehr Gläser und ich kann nun also stolz 8 Gläser präsentieren, die in ihrem früheren Leben ein Marmeladenglas waren. Stück für Stück sollen weitere Gläser dazu  kommen.


Einsatzgebiete gibt es unendlich viele. Ich dachte da an Vasen für die Tischdeko - jeder Gast bekommt eine Blüte. Oder natürlich Teelichtgläser - kann man nie genug haben.  Oder Gläser für das Dessert. Oder für ein Buffet zum Anrichten von kleinen Salaten oder ähnlichem.
Oder, oder, oder.
Da fällt sicher jedem was ein.

Und auch zur Dekoration fällt sicher jedem was ein. Ob Masking Tape, Aufkleber, Stoffschnipsel, Borten, Farbe ... ... .... 


Ich habe mich deshalb darauf beschränkt, die Gläser nur ganz pur zu fotografieren.  Ihre schlichte, schöne Form kommt so am besten zur Geltung. 

From trash to blog!

 
Ich danke Euch für`s Lesen und empfehle Euch gleich noch einen Besuch bei Ariane, die heute auch ihr Upcyclingprojekt vorstellt. 

Morgen sind dann  Nicole von Gemachtes und Gedachtes und Ilses Enkel an der Reihe. Ich bin gespannt, was uns erwartet.



Und für alle, die sich für die harten Fakten interessieren, kommt jetzt noch der Teil mit den Praxis-Tips:


Das Material für dieses Projekt ist schnell beschafft:
Gläser, Schnur und Nagellackentferner. Dabei ist es wichtig, dass es sich um brennbaren Nagellackentferner handelt. Aceton geht auch, aber das habe ich im Drogeriemarkt nicht bekommen.


Die Gläser werden dann an der geplanten Schneidestelle straff mit dem Band umwickelt.  Es sollte natürlich brennbares Band-Material sein.

Leider wird sich das Glas nicht direkt dort teilen, wo der Faden ist, sondern etwas höher. Ihr könnt versuchen, den Faden etwas tiefer als den geplanten Schnitt anzulegen. Eine milimetergenaue Trennung wird man aber nicht hinbekommen. Seid also offen für das Unvollkommene!

Ein bisschen Probieren müsst Ihr auch, was die Dicke des Bandes angeht. Ich habe versucht, den Faden nur einmal ums Glas zu legen. Das klappte gar nicht. Es folgten viele Proben bis ich dann bei viermaligem Umwickeln des Glases endlich Erfolg hatte. 
Es ist abhängig von der Dicke des Glases sowie der Dicke und Brennbarkeit des Bandes, wie oft ihr das Glas umwickeln müsst.

Jetzt wird mit dem Pinsel der Nagellackentferner auf das Band aufgetragen. Das Band muss richtig gut durchnässt sein. Lieber ein bisschen zu viel als zu wenig Flüssigkeit.

In anderen Anleitungen wird empfohlen, erst den Faden in brennbarer Flüssigkeit zu tränken und dann um das Glas zu wickeln. Das war mir zu viel Kleckerei mit dem brennbaren Zeugs. So ist es einfach sauberer.


Auf dem Foto seht Ihr noch den wunderbaren Experimentiertisch, den ich im Garten vorbereitet hatte. Dort steht auch schon die Schüssel mit Eis bereit, die dem Glas den finalen Kälteschock verpassen soll. Leider musste ich wegen widriger Witterungsbedingungen dann doch ins Haus, um die Gläser anzuzünden.

Es macht Sinn, immer nur ein Glas mit Nagellackentferner zu behandeln und es dann gleich anzuzünden. Immer schön eines nach dem anderen. 

Dann wird das Feuerzeug gezückt. Achtung! Das Feuer brennt sofort lichterloh!
Vorsicht beim Anzünden!


Ich halte das Glas in der Hand direkt über dem kalten Wasser. 
Es wird nicht heiß - keine Sorge. Natürlich empfiehlt sich das Tragen von Schutzhandschuhen trotzdem. Nehmt mich bitte einfach als schlechtes Vorbild.

In vielen Anleitungen wird empfohlen, das Glas nun ständig zu drehen. Ich frage mich warum. Wenn ich es einfach gerade halte, brennt die Flamme schön gleichmäßig nach oben. 

Während das Glas brennt, kann man die Sekunden mitzählen. Bei unter 20 Sekunden Brenndauer hatte ich meist einen Misserfolg. Also schön geduldig bleiben, Glas direkt über dem Wasser halten und sofort reagieren, wenn die Flamme weg ist. Zack! Ab damit ins Wasser - und hoffen, dass es "Klick!" macht.

Ich will Euch nichts verheimlichen: nicht immer ist die Kante schön gleichmäßig. Es können Kanten entstehen, die man nicht so einfach mit dem Schleifpapier glatt bekommt. Einmal war da auch ein kleiner Riss, der ins Glas hinein ging. Ich habe also ein paar Marmeladengläser wieder aussortiert. 
Zufrieden bin ich dennoch mit dem Experiment.
Und ich denke darüber nach, mir einen richtigen Glasschneider zuzulegen. Gläser bieten so viele schöne Möglichkeiten fürs Upcycling.

Fast vergessen:
Die Kanten sollten natürlich noch abgeschliffen werden. Das geht gut mit Schleifpapier. Ich habe dazu welches mit textiler Rückseite genommen, weil das besonders stabil ist. Ich habe auch versucht, mit dem Dremel zu schleifen. Aber das sah irgendwie nicht so schön aus und es platzten dabei teilweise Stückchen vom Rand ab. 






Kommentare:

  1. Gestern erst hat mir mein Kollege eine Flasche gezeigt, die er auf so eine Weise geköpft hat und zum Stiftehalter umfunktioniert hat. Er hat die Flasche zuerst mit einem Glasschneider angeritzt, dann über die Kerze die Soll-Bruchstelle erhitzt und dann auch ab ins kalte Wasser.
    Er hat mit auch erklärt, warum das Glas über der Schnur abbricht. Das hat damit zu tun, dass das Glas sich bei Geradehalten über der Schnur erhitzt wird. Hält man das Glas horizontal und dreht man es, sollte es an der stelle brechen, wo die Schnur angebracht ist... So, Ende der Vorlesung :). Ab zum Marmeladegläser sammeln...
    Liebe Grüße

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  2. Die gläser sind wunderschön! diese eckigen Böden, die sich dann doch ins Runde ergeben!! Ich werde es auch nochmal probieren. Ich hatte das nämlich mit diesm ewigen Drehen mal versucht, hat nicht geklappt und war handwerklich nervig:-) Deine Anleitung schaut machbarer aus. Danke dafür und schönen Frühlingstag wünscht
    Lisa

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  3. Die Gläser sind echt schön geworden - genau wie Lisa sagt: rund zu eckig. Klasse.
    Mit einem Glasschneider geht das auch ganz gut, guck mal hier, da hab ich alte Weinflaschen zu Kerzen recycelt. Ich liebe Glas!

    Übrigens: schöne Aktion!

    Herzliche Grüße, anne

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  4. Kirstin, dein Experiment ist einfach klasse! Ich find die Gläser sooo schön, grad weil sie etwas unregelmäßig daherkommen - wunderbar! Außerdem supertoll beschrieben - und deinen nächtlichen Triumphblick hätte ich ja zu gern gesehen...
    :)
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

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  5. Wow, wie genial!
    Deine Gläser sind toll geworden!
    Vielen Dank für die tolle Anleitung. Das probier ich auch mal!
    LG Biggi

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  6. Na endlich mal!! Ich hatte es einmal mit Weinflaschen versucht und bin kläglich gescheitert. Und mich störte der Rand, der doch schon etwas scharf war. Aber dank deiner tollen Anleitung geb ich mich neuen Mutes wieder dran!!! Und Gläser sehen sogar richtig edel aus.;-)
    Liebe Grüße
    Claudia

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  7. Ich bin restlos begeistert von deiner Experimentierlust, liebe Kirstin! So sehen wahre Upcycler aus! :-)) Ganz toll! Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die gerne mit dir zusammen unter'm Nachthimmel gestanden und zugeschaut hätte, wie das brennende Glas im Eiswasser "Klick" macht. ;-) Ein tolles Experiment mit einer schönen Prise Magie und einem absolut überzeugendem Ergebnis! Viele liebe Grüße, Katharina

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  8. wie cool und was für ne tolle Sache. Die Marmeladengläser sehen richtig schön aus hinterher.
    Du hast aber auch echt Geduld wenn etwas nicht gleich klappt. Ich bin da eher ungeduldig und schmeiß gerne was in die Ecke wenn es nicht ( sofort und schnell ) funktioniert.
    Klasse Anleitung die jeder kapiert ;-)
    LG Christiane

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  9. Wow, eine richtig tolle Idee. Für mich wäre es allerdings nichts bzw. ich müsste das jemand anderen machen lassen, ich habe eine kleine Phobie vor allem, was brennt und heiß wird ;) Deine entstandenen Gläser sehen wirklich aus wie gekaufte Trinkgläser, die leicht ungeraden Ränder fallen da gar nicht mehr auf.

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  10. Toll, Deine Gläser sehen super aus, die Gläser mag man doch nicht mehr hergeben!
    Herzliche Grüße, Cora

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  11. Wow, so eine coole Idee, vielen Dank dafür!

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  12. Schöne Idee..... Danke fürs Mitteilen!!

    Dir einen schönen Abend, liebste Grüße aus der Heimat :)

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  13. Wow - das werde ich auch mal probieren - ich habe gerad eine ganz tolle Essigflasche im Altglas-Körbchen stehen... das wird probiert. Danke für die Idee! LG

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  14. Liebe Kirstin,
    das ist genial, das probiere ich aus.
    Danke Dir fürs zeigen.
    herzlich Judika

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  15. Liebe Kirstin,
    das ist richtig super geworden! Ich glaube, ich würde mich das nicht trauen, weil ich Angst hätte, dass die Gläser in 10000 Teile zerspringen. ;D Aber das würde ich total gerne mal ausprobieren, danke für die Idee. :)

    Viele Grüße
    Lisa

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  16. Was für eine irre Technik! Ganz tolle upcycling-Idee!
    Liebe Grüße
    Barbara

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  17. Mit deinem (übrigens wundervollen!!!) Beitrag hast du mir viel "Arbeit" abgenommen - ich war gerade auch im Begriff, mich intensiver mit dem Glas-Trennen zu befassen. Aber Dank deines Beitrags kann ich nun gleich richtig loslegen. Danke!!!! vonKarin
    vonKarin.blog.de

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  18. tolles, super gelungenes experiment - die gläser sehen wunderschön aus!

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  19. ich bin begeistert und sozusagen "feuer und flamme" für dieses experiment und seine anwendungsmöglichkeiten:):):):)
    liebst birgit

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