Dienstag, 5. Januar 2016

Scrappy! Einfassband selbst gemacht


Bei all dem Schnee da draußen, steigt bei mir spontan das Verlangen nach GRÜN! Ja, ich bin ein Wintermuffel. Das hat sich etwas geändert, seit mein Sohn da ist und sich spätestens ab Dezember jeden Tag Schnee zum Schlittenfahren wünscht.  Aber dennoch: wenn ICH die Wahl hätte... 

Aber etwas Grünes musste dennoch her und so fiel meine Wahl auf einen kleinen Haufen grüne Stoffreste, die ich zu ca. 12 Metern Einfassband vernäht habe. Und weil es viele verschiedene und teilweise recht kleine Reste waren, ist das Band auch richtig schön scrappy geworden. So liebe ich das! Und ich weiß auch schon, was ich damit machen werde. Aber für heute freue ich mich einfach mal nur über meine grüne Rolle!

Ich freue mich außerdem auf die anderen kreativen Beiträge der Woche beim Creadienstag und verlink mich dort.

Nachtrag:
Wer mag, kann sich die ersten fertigen Servietten mit Scrappy-Einfassband hier ansehen.



Ihr wollt auch buntes Einfassband? Bitte schön: so hab ich es gemacht:

Mit den richtigen Hilfsmitteln geht das gut von der Hand! Ihr braucht dazu 
- ein paar Stoffreste  (in einer Farbfamilie oder auch kunterbunt gemixt) 
- Rollschneider
- Lineal
- Schneidematte
- Bügeleisen
- Schrägbandformer
- Schere
- Nähmaschine (logisch :-))

Eure Stoffreste scheidet Ihr zu 5 cm breiten Streifen. Wenn diese minimal 20 cm lang sind, wird es einfach beim Nähen. Bei diesem Scrappyband habe ich mir nicht die Mühe gemacht, jede Näht vorher zu markieren und zu heften. Ich habe eine Markierung an meiner Nähmaschine genutzt, um dort jeweils 2 Stoffstücke rechts auf rechts in einem rechten Winkel aufeinander zu legen.
Der ober Stoff sollte dabei etwas über den unteren hinausragen. So habt Ihr genau den Punkt, an dem Ihr die Nadel der Nähmaschine ansetzt. Jetzt den Stoff so ausrichten, dass sich eine gerade Linie zwischen diesem Punkt und dem diagonal gegenüber liegenden Punkt bildet. Auf dem Foto habe ich diese gedachte Linie mit einer Schere angedeutet.
Nun mutig diese Linie nähen. Da klappt schon! Es schult Eure Auge-Hand-Koordination! Wenn Ihr es gewohnt seit, sonst alles zu heften, näht anfangs einfach etwas langsamer.

Wenn Ihr am Ende der Naht angekommen seid, heißt es erstmal "Stopp".
Das nächste Stück Stoff wird angelegt, ausgerichtet und direkt im Anschluss genäht und immer so weiter.


Auf diese Weise entsteht eine Art lange Wimpelkette. 
Wenn alle Streifen auf diese Weise vernäht sind, schneidet Ihr die Fäden zwischen den einzelnen Stücken durch und Ihr habt einen schönen langen Streifen. Die Nähte werden jetzt noch zurückgeschnitten auf eine Nahtzugabe von ca. 0,5 cm. Dabei fallen viele kleine Stoffdreiecke an. Bitte widersteht der Versuchung, sie zu entsorgen. Da könnte man noch was draus machen...

Falls Ihr so wie ich einen konkreten Verwendungszweck im Auge habt, sollte Ihr noch mal nachmessen, ob Euer Band lang genug ist. Ansonsten könnte man jetzt noch ganz einfach etwas annähen.
Auch falls Euch die Kombination der Stoffe doch nicht gefällt oder ein Stück zu lang für Euren Geschmack ist, könnt Ihr jetzt noch etwas ändern. Einfach durchschneiden und neu zusammen nähen.
Ein bisschen Spielen ist an dieser Stelle ausdrücklich erwünscht!



Jetzt kommt das Bügeleisen mit richtig viel Dampf zum Einsatz.
Beim ersten Bügelgang werden die Nähte auseinandergebügelt. Anschließend die kleinen überstehenden Dreiecke und eventuelle Fusseln und Fäden abschneiden. Es wird sonst schwieriger, das Band durch den Nahtbandformer zu ziehen.
Ich halte dafür das Band mit der linken Hand in der Luft über dem Bügelbrett. Mit der rechten Hand schneide ich alles überflüssige ab. So arbeite ich mich Stück für Stück voran. Der fertig bearbeitete Teil des Bandes liegt dabei zu meinen Füßen.

Dann schiebe ich mit einem Hilfsmittel (spitzer Gegenstand - bei mir ist es meist der Nahttrenner)  den Stoff durch den Former. Nun den Stoff ausrichten, bis er richtig schön in der Mitte liegt.
Beim Bügeln halte ich den Former so, dass ich mit Mittel-, Ring- und Kleinfinger den nachfolgenden Stoff führe und mit dem Zeigefinger den Stoff-Former halte.


Beim Bügeln sollte die Spitze des Bügeleisens ziemlich dicht am "Ausgang" das Formers sein. So wird das Ergebnis nach meiner Erfahrung am gleichmäßigsten.
Im letzten Schritt wird das Band in der Mitte gefaltet und noch einmal gebügelt. Dabei sollten die beide Kanten ganz genau übereinander liegen. Nur so lässt es sich hinterher auch ordentlich verarbeiten.

Wenn das geschafft ist: Glückwunsch! Macht Euch einen Kaffee und bewundert Eurer Werk!


Kommentare:

  1. Liebe Kirstin,
    du glaubst gar nicht, WIE sehr es mich freut, wieder von dir zu lesen ... und dann auch noch "in GRÜN" ... =D
    eine wundervolle Idee, das Binding scrappy zu nähen ... ;)
    Du bügelst deinen Einband mit einem Nahtbandformer ... Wie nähst du denn dann das Binding an den Quilt? Erst die eine (Rück-)Seite, umlegen, dann Vorderseite - oder gleichzeitig?
    Wenn letzteres: Wie bekommst du dann beide Seiten sicher unter die Nadel??? Ich stelle mir das relativ schwierig vor, v. a. bei größeren Arbeiten ...
    Und: ICH brauche meinen Capu immer DABEI ... sonst wird das nichts ... ;)))
    Schön, dass du wieder DA bist!!! =D
    Mit ganz herzlichem Gruß
    Kirsten

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    1. Liebe Kirsten, eine persönliche Mail an dich steht noch aus und kommt ganz sicher! Es gibt viel zu berichten ;-)! Aber die Fragen beantworte ich hier schon mal: für einen Quilt nähe ich das Band aufgeklappt rechts auf rechts mit der Maschine auf die Vorderseite. Die Rückseite Nähe ich per Hand. Alle Versuche es durchgehend mit der Maschine zu nähen scheiterten kläglich. Alles Murks! Darum habe ich für mich beschlossen, dass es handgenäht am besten aussieht. Und irgendwie macht es mir auch Spaß.
      Lg, Kirstin



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  2. Ach schön, dein grünes Band würd ich sofort nehmen, es paßt wunderbar zu meinen Sofakissen und der Kuscheldecke. Ich werde wohl alle alnfallenden Stoffreste in Streifen schneiden und erst mal sammeln.
    LG Silvi

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    1. Das hört sich gut an 😀! Du wirst sehen, dass es richtig Spaß macht.
      Reste sammeln lohnt sich sowieso immer - es gibt ja so viele Möglichkeiten, daraus etwas zu machen.
      Lg, Kirstin

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  3. Was für tolle Bilder!! Meine Bänder mache ich auch immer so :)

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  4. Hat jetzt richtig Spaß gemacht , hier zu lesen , vielen Dank für deine Ratschläge zum Nähen ,ich will mich nämlich mal an eine Decke wagen...
    viele Grüße von Miri

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